Wer liest heutzutage noch Blogs?

„Wer liest heutzutage noch Blogs?“, fragte mich eine gute Freundin während der Vorlesung, komischerweise war ich mit ihrer Frage ein wenig überfordert und fand keine Antwort. Auch jetzt, finde ich nicht die richtigen Worte. Eins ist klar: Die Blogosphäre ist gewachsen und hat sich verändert!
Wer liest heutzutage noch Blogs? Vor einigen Jahren war der Begriff „Blog“ für viele noch recht unbekannt, heute nennt sich gefühlt jeder „Blogger“ mit oder ohne Blog. Alles findet nur noch über die Sozialen Netzwerke wie Instagram und Snapchat statt. Mittlerweile hat sogar Instagram, durch die Einführung der „Insta-Stories“, Snapchat wieder vom Throne gestoßen. Auf Instagram ist der Begriff „Blog“, „Blogger“ oder „Instablogger“ nicht mehr wegzudenken, trotzdem werden den „externen“ echten Blogs kaum noch Beachtung geschenkt.
Wer liest heutzutage noch Blogs?Ich habe mir in den letzten Wochen einige Blogs der großen und kleineren Instagrammer angeschaut und mir ist aufgefallen, dass gerade die großen Blogger, die sehr stark auf Instagram aktiv sind, eine eher geringe Anzahl von Kommentaren auf ihren Blogs aufweisen. Im Vergleich dazu wächst ihre Anzahl der Kommentare und Follwer auf Instagram stetig. Dies zeigt mir, dass der Ansatz vieler Blogger mit Instagram neue Besucher zu generieren nur nicht wirklich funktioniert. Und damit stellen sich mir folgende Fragen: Ist es noch möglich die Anzahl der Leser auf den eigenen Blog durch Sozialen Netzwerken wie Instagram zu erweitern und lohnt es sich überhaupt noch zu bloggen?
Wer liest heutzutage noch Blogs?Oftmals vergessen wir Blogger, dass das Bloggen eine Nische war und weiterhin eine Nische bleiben wird. Zwar sind Blogs vielen nicht mehr fremd, trotzdem ist es nicht jedermanns Sache sich mit Blogs zu beschäftigen. „Blogs zu lesen ist anstrengend, Bilder auf Instagram anzuschauen ist einfacher“, heißt es oft. Aber ist es wirklich einfacher oder ist die Masse schlichtweg lese faul? Ich denke, wir haben uns an die radikale Digitalisierung gewöhnt. Der Datenaustausch muss schnell und kurz ablaufen. In der virtuellen Welt gibt es keine langsamen Schritte. Alle wichtigen Informationen müssen sofort der Überschrift und Einleitung entnommen werden können, ein langer Text ist dagegen unbrauchbar. Wir wollen möglichst viel in kurzer Zeit konsumieren und natürlich alles in Echtzeit.

Kleid: Zara
Shirt: H&M
Boots: Tamaris

Instagram ist wie ein Labyrinth, es ist schwer wieder herauszukommen sobald man die App aufgerufen hat. Die Nutzer geraten tiefer in den Irrgarten. Da ist es doch völlig verständlich, dass niemand den Link zum Blog in der Biografie anklickt. Viel zu umständlich, wer weiß was einen auf der anderen Seite erwartet! Leute,unsere Blogs sind nicht kompliziert weder veraltet oder besser gesagt „out“. Und genau aus diesen Gründen müssen wir, Blogger, einen sehr guten vielleicht auch neuen Anreiz schaffen, um die Nutzer von Instagram auf unseren Blog zuleiten und sie vom Gegenteil zu überzeugen.

Einige Blogger fokussieren sich nur noch auf die Sozialen Netzwerke und vernachlässigen ihren Blog. Folge: Die letzten treuen Leser verschwinden! Aber auch das veränderte Alter der früheren Leserschaft spielt eine enorme Rolle, wir sind alle älter geworden. Studium, Arbeit und bei den ein oder anderen steht nun die eigene Familie im Mittelpunkt, kurz gesagt: Einem fehlt die Zeit!

„Wenn man nicht mit der Technik Schritt hält, verliert man selbst an Bedeutung“

Es sollte auf Qualität statt Quantität gesetzt werden, damit die Leser nicht vieles nachholen müssen und immer „uptodate“ bleiben. Zudem sollte ein einfaches schlichtes Design (wichtig: Smartphone tauglich), welches zum Lesen und Kommentieren anregt, eingehalten werden.
Instagram und die unterschiedlichen Blogs sollte nicht miteinander verglichen werden. Instagram ist Instagram und ein Blog ist ein Blog. Auf beiden „Plattformen“ ist es möglich aktiv zu sein bzw. zu bleiben. Eine gute Balance sollte geschaffen werden. Mit den Instastories lassen sich neue Leser generieren, wenn die Funktion gut genutzt wird. Macht in euren Stories kurz Werbung für euren Blog. Es ist einfacher als man denkt, jedoch sollte diese Art von Werbung nicht jeden Tag durchgeführt werden. Neben all den Follower, Tipps und Tricks sollte der Spaß am Bloggen an erster Stelle stehen.

Wer liest denn heutzutage noch Blogs? Gegenfrage: Wie viele Menschen lesen heutzutage noch Zeitschriften? Viele! Es wird immer Menschen geben, die Zeitschriften kaufen und lesen werden und genauso ist es mit den Blogs!

Follow me Via : INSTAGRAM 

11 Comments

  1. 26. Mai 2017 / 18:46

    Ein sehr gutes Thema für einen Blogpost!
    Ich finde es schon schade, dass Instagram so sehr im Fokus steht momentan … aber die Ära der Blogs ist noch nicht vorbei – davon bin ich fest überzeugt =)
    Liebe Grüße
    Susi

  2. 27. Mai 2017 / 11:18

    Richtig… Im Endeffekt geht es doch darum, dass der Spaß an erster Stelle steht. Wenn das Bloggen keinen Spaß mehr macht und man sich nur noch Gedaken darüber macht, wie man mehr Besucher oder Likes bekommt, dann hat das doch auch alles keinen Sinn mehr…
    LG Scarlet (von https://scarlettheredsite.wordpress.com/ )

  3. 29. Mai 2017 / 14:34

    Ich habe gerade deinen Post sehr aufmerksam gelesen und kann nur sagen, dass ich mir selbst als Bloggerin diese Frage in letzter Zeit immer öfter gestellt habe. Wer liest das eigentlich?
    Meine Antwort lautet auf jeden Fall: Ich.
    Ich schreibe nicht nur gerne, sondern ich lese unglaublich gerne Blogs. Ich finde sie bieten eine große Inspiration und sind sehr viel tiefgründiger als, Instagram & Co.
    Es ist nicht leicht, aktuell zu bleiben. Im Gegenteil. Aber ich lese gerne 😉
    Liebe Grüße

    • 12. Juni 2017 / 8:50

      Hallo Julia,

      auch ich komme auf diese Antwort. Blogger sollten selbst auch Blogleser sein, oder? 🙂 Es gibt nichts Besseres, als sich durch die verschiedenen Blogs im Netz durchzuklicken, die Menschen dahinter und ihre Inhalte kennen zu lernen.

      Liebe Grüße
      Henrik

  4. 11. Juni 2017 / 20:51

    Liest Du noch Bücher? Ich denke das es viele positiven Dinge gibt, die man mit einem Blog verbindet, wenn dieser einem gefällt. Aber ja, wir leben in einer Welt der radikalen Digitalisierung – wo sich jeder schnell Blogger nennt, obwohl er nur eine Facebook Fanseite betreibt.

    Mit dem Blog Award gehe ich gerade auch dieses Thema, und ich weiß, dass bloggen schon lange kein Hobby mehr ist.

    Viele Grüße,
    Christian

  5. 11. Juni 2017 / 21:10

    Meiner Meinung nach ist deine Fragestellung etwas falsch. Blogs werden noch immer stark gelesen. Bei mir sind es beispielsweise jeden Monat etwa 40.000 Menschen. Das was du hier beschreibst, zeigt nicht, dass Blogs nicht mehr gelesen werden, sondern einfach, dass IG als Trafficlieferant nix taugt.

    Blogs haben ihr Stärke, weil sie Themen vertieft abhandeln können. Bei Modeblogs, die generell eher seichte Kost sind, ist IG aber vielleicht wirklich die bessere Wahl.

  6. 12. Juni 2017 / 6:33

    Sehr schöner Artikel. Ich tue mich mit Instagram auch schwer und finde eigentlich nicht soo spannend. Dafür gefallen mir Blog-Artikel deutlich besser. Mehr Inhalt, mehr Persönlichkeit…

    Viele Grüße aus Tokio
    Tessa

  7. 12. Juni 2017 / 8:45

    Hi!

    Mein erster Gedanke war tatsächlich: Solange Menschen Zeitungen kaufen, können Blogleser nicht verloren gehen.

    Es stimmt zwar, dass soziale Netzwerke stark am kommen waren und es teilweise noch sind. Was viele aber vergessen ist, dass diese Netzwerke auch von heute auf morgen wieder verschwunden sein können. Gerade, wenn diese Unternehmen an der Börse sind, kann das ganz rasch gehen. Da geht es ja immerhin um viel Geld. Ein Blog baut sich über Jahre hinweg auf, ist langlebig und beständig. (Der kann natürlich auch verschwinden, aber auch aus ganz anderen Gründen)

    Jedenfalls denke ich, dass Blogs vielleicht ein bisschen zu Kämpfen haben. Aber wenn die Menschen irgendetwas suchen und googeln, sind sie doch froh, wenn sie auf informative, nützliche und vor allen qualitative Blogs stoßen, deren Stimme sie sogar Vertrauen entgegen bringen können. Blogger sollten sich von einer Leserflaute nicht immer aus dem Konzept bringen lassen. Lieber mal ein bisschen guten Content produzieren, vielleicht ein bisschen was anderes ausprobieren und sehen, wie die Leser es finden. Stammleserleser verschwinden nämlich nie komplett. Immerhin sind wir alle Menschen, die neben dem Blog oft auch noch anderweitig tätig sind und so sind unsere Leser auch. Mal mehr, mal weniger.

    Toller Beitrag und liebe Grüße an dich.
    Henrik

  8. 12. Juni 2017 / 12:30

    Ich glaube nicht, dass die Zahl der Blogleser gesunken und stattdessen zu befürchten ist, dass wir zukünftig mehr mit Inhaltsschnipseln auf Instagram & Co. vorlieb nehmen müssen. Es ist eher so, dass Blogger wenig gute Portale haben, über die sie ihre Inhalte verbreiten können, also eine Art Instagram für Blogs. Im Grunde gibt es so etwas und dass heißt Pinterest, aber das haben bisher erst wenige deutsche Blogger entdeckt.

    Das Problem an Instagram ist, dass Instagram-Nutzer anders ticken, als Blog-Leser. Ist man ein guter Blogger heißt das nicht, dass man auch gut auf Instagram performen kann. So erklärt sich auch, warum die Menge und Qualität der Kommentare so unterschiedlich ausfallen.

    Ich bin sicher, dass eine wirklich gute Instagram-Kampagne mehr Leser auf einen Blog bringen kann, aber die Zielgruppe Instagram will in erste Linie gute Bilder sehen. Sie sind aus Prinzip schon auf mentaler Häppchenjagd – wobei ich das gar nicht abwerten will, denn ich liebe Instagram! Ich trenne aber auch konsequent Instagram und Bloglesen.

    Die sozialen Medien können einen Blog bekannter machen, aber sie sind i.d.R. nicht dazu geeignet, Inhalte zu transferieren. Sie sollen neugierig machen, Interesse wecken, eine Stimmung rüberbringen. Nicht mehr. Das Bloggen bzw. Lesen findet immer noch auf dem Blog statt. Wenn das Grundbild stimmt, dann wird ein Instagram-Fan vielleicht auch neugierig auf den Blog dahinter, aber wenn man sich auf Instagram einlässt, sollte man sich bewusst sein, dass es nur das Grundrauschen um den Blog verstärkt – als würde man eine Wand in seinem Blog-Arbeits- bzw. Wohnzimmer neu streichen.

    Geändert hat sich allerdings eindeutig, dass die Auswahl der digitalen Inhalte ungemein zugenommen hat. Wer wahrgenommen werden will, kann das über Leistung (gute Blog-Artikel etc.) und hoffen, dass sich das eines Tages auszahlt oder er rauscht zusätzlich ein bisschen am Rande mit. Lesen werden die Menschen immer (Blogs, Bücher, Zeitungen, Zeitschriften etc.), darum bin ich auch sicher, dass das Blog-Lesen weiterhin ein fester Bestandteil unserer digitalen Lesekultur bleiben wird.

  9. 12. Juni 2017 / 12:41

    Hallo 🙂
    Du sprichst da ein sehr interessantes Thema an. Ich habe erst vor kurzem mit dem Bloggen angefangen, aus der Lust am Schreiben. Durch die Beachäftigung mit dem Thema Bloggen habe ich selber viele, sehr viele tolle neue Blogs entdeckt (so wie deinen gerade) und bin total fasziniert, was für tolle Schreiberlinge und Gedankenspinner im Netz für spannende Inhalte sorgen. Das ist phantastisch und ich könnte zur Zeit den lieben langen Tag lang einfach nur von Blog zu Blog hüpfen um zu lesen.
    Ich habe mich natürlich auch mit dem Thema Social Media beschäftigt und habe für meine Seite einen Facebook und einen Instagram Account. Aber das sind für mich spaßige Ergänzungen, die ich zusätzlich nutzen will. Das Hauptaugenmerk liegt bei mir auf dem Blog, auf dem ich Inhalte teile, die mich wirklich interessieren und bewegen. Das kann Instagram nicht so gut wie ein Blog.

    Also Fazit: Ich glaube, Blogger lesen Blogs. Und bei der Vielzahl an Bloggern, werden viele Blogs gelesen. Wir sterben also lange nicht aus. 😉

    Herzliche Grüße 🙂
    Anja

  10. 21. Juni 2017 / 10:46

    Liebe Claudia,
    ein sehr interessantes Thema – perfekt umgesetzt, wie ich finde.
    In der heutigen Zeit ist es tatsächlich schwieriger geworden Stammleser für seinen Blog begeistern zu können.
    Das digitale Zeitalter ist schnelllebiger geworden und gefühlt jeder zweite „Instagramer“ betitelt sich selbst als Blogger, nur weil er ein paar hübsche Bilder von sich online stellt.
    Keine Frage – auch das Insta-Business ist hart und man muss schon ziemlich viel Content und besondere, inspirierende Bilder online stellen um gesehen zu werden und eine Masse hinter sich zu scharren.
    Nichtsdestotrotz glaube ich, dass mittlerweile jedoch wieder viele Unternehmen auf Blogs umschwenken, da sie einfach eine Reichweite erzielen, die langlebiger ist.
    Und außerdem: Man will ja nicht nur schöne Bilder angucken – ich für meinen Teil liebe es zu lesen und die Storys hinter einem Foto zu hinterfragen, zu erfahren.

    Deine Fotolocation ist übrigens der Hammer!! <3

    Allerliebste Grüße,
    Susa

    http://www.MISSSUZIELOVES.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.