01. Wochenrückblick – Weekly Report from Bali

#1

Ich werde wohl mein Auslandssemester abbrechen müssen. Das war mein erster Gedanke als ich die E-Mail von meiner Hochschule erhielt. Es gibt keine Möglichkeit an den Vertiefungen teilzunehmen, wenn man sich im Ausland befindet. Um das ganze hier jetzt abzukürzen: Ich bleibe auf Bali und kriege meine Vertiefungen bzw. Profilierung angerechnet! Mit dieser frohen Botschaft ging es für mich und Kerstin letzte Woche Dienstag zur Universität in Jimbaran, wo das Udayana International Food Festival statt fand. Der Erlös wurde an die Bedürftige, die vor dem Vulkan geflohen sind, gespendet. Einige Tage später fuhren die Mädels und ich nach Gili Trawangan.

Urlaub im Urlaub

Gegen halb Zehn ging es mit der Fähre von Bali auf die größte Insel im Balisee. Neben Gili Trawangan gehören die zwei Inseln Gili Air und Gili Meno ebenfalls zur Insel-Gruppe. Nach einanderhalb Stunden im Speedboot waren wir endlich angekommen. Die Ankunft war super spektakulär. Ich bin noch nie so merkwürdig aus einem Schiff bzw. Boot ausgestiegen wie auf Gili T. Als ich den weißen sauberen Sand unter meinen Füßen spürte, nahm ich die gemütliche Atmosphäre war. Von hupenden Autos und lauten Mopeds war weit und breit keine Spur zu sehen. Sogenannte „Horsecar“ werden als Verkehrs- und Transportmittel verwendet, die der Insel einen paradiesischen Charakter zaubert. Leider hielt die schöne Stimmung nicht lange an, sobald wir das Hotelzimmer betraten verflog sie. Was war das bitte für eine Unterkunft? Die Mädels und ich sind wirklich nicht zimperlich, aber beim Anblick des Badezimmers kam uns das Frühstück hoch. Zudem waren die Schlafräume, in dem es nur so von Stechmücken wimmelte, sehr dunkel und es roch nach Schimmel. „Egal, es sind nur zwei Nächte“, dachten wir uns und gingen zum Strand. Doch unsere Laune blieb unverändert. Kurzer Hand beschlossen wir, dass wir die Unterkunft wechseln. Kerstin und Ira klärte alles ab, während ich mir von einem Strandverkäufer ein Armband erstellen ließ. Jetzt war alles perfekt. Wir checkten in das benachbarte wunderschöne Hotel „Vamana“ ein, anschließend gingen wir erneut zum Strand.

Realität

Am Samstag Nachmittag holten wir uns Fahrräder und radelten einmal um die kleine Insel. Dabei mussten wir sehr vorsichtig sein, da die Gehwege hauptsächlich aus Sand und Schlaglöchern bestanden. Es ist echt erstaunlich wie stark die Insel von dem Tourismus lebt. Überall sind Luxusresorts, Restaurants, Tauch- und Schnorchelschulen sowie Bars für Touristen. Ein Paradies für alle Besucher der Insel. Aber wer wirklich genau hingeschaut hat, der hat erkannt, dass es neben dem Paradies auch eine andere Welt auf der Insel gibt: Die Realität. Neben, zwischen oder auch hinter den luxuriösen Häusern oder den ganzen Instagram „Place to be“-Hotspots wohnen die Einheimischen in heruntergekommenen Häusern. Als wir Abends zurück zum Hotel gingen, sahen wir unzählige Hotelmitarbeiter, die draußen vor ihrer Anlage auf Liegestühlen schliefen. Auch unsere Hotelmitarbeiter schliefen zu dritt im Foyer auf einer viel zu kleinen Coach. Nach diesen Eindrücken, kam man sich blöd vor, dass man einen Tag zuvor sich über die schäbige Unterkunft aufgeregt hatte.

Another Check off the Bucket List

Ich weiß nicht mehr genau, ob es am zweiten Tag war oder am letzten Tag. Auf jeden Fall haben wir eine Schildkröte gesehen. Nicht beim Schnörkeln, wie viele andere. Nein, wir standen im Meer und wollten uns kurz abkühlen. Plötzlich bewegte sich etwas Merkwürdiges auf mich zu. Ich hätte nie damit gerechnet jemals von einer Schildkröte so überrascht zu werden. Es war ein echt schönes Erlebnis. Ich bin froh darüber, dass ich es nicht mit dem Handy oder der Kamera festhalten konnte, da ich wirklich diesen einmaligen Moment genießen konnte.

Zitat der Woche

“Where globalization means, as it so often does, that the rich and powerful now have new means to further enrich and empower themselves at the cost of the poorer and weaker, we have a responsibility to protest in the name of universal freedom.”
– Nelson Mandela

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